Punchen ist boxen…oder?

Hervorgehoben

IMG_20160724_120722Nein, ist es nicht (immer)! Obwohl man sich manchmal schon etwas „durchboxen“ muss, wenn ein Design schwierig umzusetzen ist. „Punchen“ ist fachbezogen das Handwerkszeug der Stickerin und die Grundlage einer jeden Stickerei. Das bedeutet, frau oder man digitalisiert grafische Vorlagen und setzt sie in die Sprache der Stickmaschine um, sprich, in x- und y-Koordinaten. Hört sich sehr kompliziert an, was? An und für sich ist es das nicht, denn es meint eigentlich nur die Bestimmung der Stelle, wo die Nadel in den Stoff oder das Medium einstechen soll.

Mein wichtigstes frühes Punch-Projekt war vermutlich die Bearbeitung des Drachen, der die Poloshirts eines Drachenboot-Team13907057_1120510358028711_3251601922556285659_ns z13938397_1120510111362069_4667365115257790178_niert. Ausgehend von einer gedruckten Vorlage, habe ich Fläche um Fläche in Stickerei umgesetzt. Mein „Ausbilder“ also derjenige, der mir am Anfang meiner Stickerei Leidenschaft gezeigt hat, wie man puncht, hat mich damals gelobt und gemeint, das sei ja schon so etwas wie ein „Gesellenstück“. Sicher meinte er aber die Fleissarbeit, die hinter der Erstellung der unzähligen Drachenschuppen in unregelmäßiger Form steckt…

 

Das musste mal gesägt werden

Hier noch die latest news (Nachtrag) aus der kleinsten Abteilung in meiner eh schon kleinen Creativ-Ecke.

 

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Foto: ©Baden Online

Zum Vergrössern ins Bild klicken. Link: http://www.ab-carving.de/

 

Seit Herbst 2013 haben auch die Chainsaw Carving Künstler jetzt ein eigenes Label Shirt, diesmal im Flexdruck.

Diese Typen (alle nett) machen Kunst mit der Kettensäge; die Ergebnisse sind beeindruckend. Solltet Ihr Euch ansehen, wenn sich mal eine Gelegenheit bietet.

Die Wortspielerei (s.o.) in Verbindung mit einer optisch passenden Schriftart, hat dem

Shirt zu einem kleinen „Renner“ in der Motorsägen-Fraktion verholfen.

Hier seht Ihr also einige nette Jungs im Schwarzwald, nach getaner Arbeit, stolz wie Oskar… 😀

Fridericus Rex – le chef dö cuisine oder: „Kiss The Cook“

fritzVor längerer Zeit habe ich für einen alten Bekannten meiner Eltern eine Skizze in Stickerei umgesetzt. Seine Idee war, die Gäste, die zum Abendessen zu Haus eingeladen waren, und auch seine eigene Frau, nicht nur mit seinen geheimen Kochkünsten, sondern auch mit mal mit einer bestickten Kollektion – Kochjacke, Schürze und Mütze – für den Chef de Cuisine (nämlich lui-même)  zu überraschen.

Als Vorlage diente diese Skizze, und Ziel war, eine Silhouette zu erarbeiten, die die dargestellte Person eindeutig erkennbar macht. Ihr dürft gespannt sein, wie die Umsetzung ausgefallen ist…

 

No Trees – No Life

8. Februar 2014.

Als ich gestern in meiner Stickerei mit dem letzten Auftrag für diese Woche fertig war,  hatte ich plötzlich das Bedürfnis, den Frühling ein bisschen heranzulocken; bei den gestrigen Temperaturen von fast 14°C – kein Wunder dass man auf schräge Ideen kommt. Aber noch bevor ich damit weiter kam, meine Motivauswahl zu treffen, wurde ich vom Wetter eines Besseren belehrt. Fünfzig Meter von meinem Haus entfernt wurde vom Sturm, der den hohen Temperaturen folgte, ein Baum entwurzelt, der quer über der Zufahrt bei meinem Nachbarn lag. Also – das Thema war gefunden…

Der Kontrabass – Teil 1

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Die Oberfläche des Instruments wird angelegt.

P1040885aIch sollte eine junge Fifties-Combo mit Stickereien versorgen, die sie sich auf ihre Westen, Jacken usw. aufnähen wollten. Gesagt, getan! Man brachte mir eine Bleistiftskizze, und los gings. Es sollte ein Kontrabass werden, möglichst in „3D“- Optik, aber wenigstens eine Darstellung mit Farbverläufen. Als Stickerei? Nicht unmöglich, aber eine schöne Aufgabe…

Nun denn, frisch ans Werk. Geradeaus gesagt – ohne die Begeisterung, und das Vertrauen meines Auftraggebers, daß seine Idee umsetzbar sein würde, wäre ich wohl nicht so motiviert daran gegangen, etwas zu bearbeiten, von dessen Endergebnis ich zunächst keine Vorstellung hatte.

In manchen Fällen muss man ja jemandem sagen, dass Stickerei eben kein Druckerzeugnis mit butterweichen Farbübergängen ist, und fotografische Umsetzung immer mit der Struktur der gestickten Fläche einen Kompromiss eingeht. In diesem Fall aber war die herrliche Aussicht, in künstlerischer Freiheit das Projekt zu gestalten. Was dann auch geschah…